» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

Jean Pauls Orte: Nürnberg

Enthüllung der Jean-Paul-Litfaßsäule in Nürnberg
Do 11. Juli 2013, 13.30 Uhr auf dem neuen Bildungscampus, Gewerbemuseumsplatz 4

Enthüllung mit Rita Kamm-Schuberth von der Stadtbibliothek, Dr. Wolfgang Eckart, Leiter des Bildungscampus Nürnberg, und Wolfgang Riedelbach, Intendant der Musica Franconia, die im Jubiläumsjahr ihren Schwerpunkt auf Jean Paul legte, sowie Julia Knapp und Katharina Ströhl von Jean Paul 2013. Im Anschluss fand ein Pressegespräch in der Lounge der Musikbibliothek Ebene L 3 der Stadtbibliothek statt.

Pressemitteilung: 250 Jahre Jean Paul – Überregionale Ausstellung mit Jean-Paul-Litfaßsäule in Nürnberg

Erinnerung an 250. Geburtstag des Dichters: Jean-Paul-Litfaßsäule in Nürnberg
Nürnberger Nachrichten vom 12.07.2013

Enthüllung der Jean-Paul-Litfaßsäule in Nürnberg am 11. Juli 2013
Pressemeldung Bayern 10.07.2013

 

Jean Paul in Nürnberg

Schon Ende des 18. Jahrhunderts war Nürnberg, des Deutschen Reiches Schatzkästlein, so berühmt und vielfach beschrieben, dass man gar nicht dort gewesen sein musste, um so tun zu können als ob. Folgerichtig hatte Jean Paul keine Skrupel, sich literarisch nach Nürnberg reisen zu lassen – via Phantasie erfunden und aus Reiseführern zusammengeklaubt: Sein Buch «Palingenesien. Jean Pauls Fata und Werke vor und in Nürnberg» (1798) kann als eine der ersten virtuellen Reisebeschreibungen der deutschen Literatur gelesen werden.

Der fiktiven Handlung nach trifft Jean Paul am 17. April 1797 in Nürnberg ein und besucht zunächst den «Irrhain» des Pegnesischen Blumenordens in Kraftshof. Am 30. April isst er im Wirtshaus am Dutzendteich, wo «alle Welt da war, besonders die gelehrte, die schöne, die große.» Zwischendurch überarbeitet er seine alten Satiren; für seine geneigten Leserinnen unterlegt er die Texte mit einer sentimentalen Handlung und flicht (obwohl realiter noch unverheiratet) eine Geschichte von den Eheproblemen des Erzählers ein, welche zuletzt – Nürnberg sei Dank – zu einem ‹happy end› führt.

Wie prophetisch und trügerisch Literatur doch sein kann! Als sich Jean Paul 1812 tatsächlich erstmals länger in Nürnberg aufhält, ist er unterdessen wirklich verheiratet und hat tatsächlich Eheprobleme. Nur lösen sich letztere nicht so leicht wie einstmals literarisch erdacht, sondern überschatten den ganzen Aufenthalt. Missmutig betrachtet Jean Paul die Stadt, erkennt überall nur «die Herrschaft des Kaufmanns und die Kälte gegen Philosophie und Dichtkunst». Auch das lang ersehnte Treffen mit Kollege Jacobi verläuft enttäuschend. Immerhin lernt er den Philosophen Hegel kennen; bereits im Vorjahr hatte er das Manuskript des «Fibel» bei dessen Verleger Leonhard Schrag unterbringen können. Frau Hegel hilft ihm sogar, zum Geburtstag seiner Frau ein Kleid auszusuchen, so dass Jean Paul zwar mit Geschenk, aber ohne Optimismus nach Hause zurückkehrt: Seine Frau hatte in ihren Briefen nach Nürnberg kein Blatt vor den Mund genommen und ihm wortreich ihre «dumpfe Resignation» vorgehalten, von der nur der Tod sie erlösen könne.

Jean Pauls reale Ehe fand dann auch kein ‹happy end›. Und er selbst war es, der als erster das Zeitliche segnete. Systematisch trank er sich dem Grab entgegen. Zuletzt erkrankte er an Grauem Star und erhoffte sich Hilfe von Augenärzten in Nürnberg – vergeblich. Binnen weniger Monate verlor er sein Augenlicht und starb – fast erblindet – am 14. November 1825 mit 62 Jahren. Seine Frau überlebte ihn um dreieinhalb Jahrzehnte.

„Jean Paul in Nürnberg“ mit Veranstaltungen (PDF)

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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