» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

Literarisches Gespräch

In der Reihe „Mein Kollege Richter – Schriftsteller über Jean Paul“ fand am 22. November 2013 um 20 Uhr in der Black Box der Stadtbibliothek Bayreuth ein literarisches Gespräch mit den Schriftstellern Navid Kermani und Ulrich Peltzer statt.

JP 1820 Kreul 200In einem Gespräch näherten sich Navid Kermani und Ulrich Peltzer, zwei der einflussreichsten Schriftsteller der Jetztzeit, sich der Person und dem Werk Jean Pauls. Wie kaum ein anderer Dichter seiner Zeit verstand es Jean Paul, Witz und Tiefsinn mit Alltag und literarischem Momentum zu verbinden. Immer wieder reizte er die Grenzen des Schreibbaren aus, ständig auf der Suche, das Leben in seiner gesamten Fülle anzupacken.

Der literarische Abend am 22. November 2013 war dabei mehr als eine bloße Debatte. Navid Kermani und Ulrich Peltzer lieferten Einblicke in die Tiefen und Fallstricke unserer täglichen Erfahrungswelt und den Einfluss Jean Pauls zeitloser Texte für eine moderne, junge Literatur. Im Kontext mit dem Jetzt erfährt Jean Paul eine Transformation in unser alltägliches Bewusstsein und damit eine Würdigung am Ende seines Jubiläums, das ihn lebendig in unsere Gegenwart katapultiert.

 

Mein Kollege Richter Schriftsteller ueber Jean Paul Cover

Die Dokumentation „Mein Kollege Richter – Schriftsteller über Jean Paul“ versammelt in schriftlicher Form die Beiträge von acht Autoren, die in der gleichnamigen Lesereihe ihren persönlichen Zugang zu Jean Paul präsentierten. Im Vorwort erläutern der künstlerische Leiter Christoph Beck und Dr. Monika Meier, 1. Vorsitzende des Vereins Jean Paul 2013, das Konzept und blicken zurück auf eine Veranstaltungsreihe, die vom Publikum vor Ort sehr gut angenommen wurde. (Wenn Sie im Inhaltsverzeichnis auf einen Titel klicken, gelangen Sie zu dem jeweiligen Beitrag; dort führt Sie ein Klick auf den Tintenklecks zurück in die Übersicht.)


Nordbayerischer Kurier vom 22.11.2013
Der Neue Wiesentbote 13.11.2013
Pressemitteilung Jean Paul 2013 e.V. vom 14.11.2013

 

Navid Kermani

Navid Kermani, 1967 als Sohn iranischer Eltern in Siegen geboren, studierte Orientalistik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Köln, Kairo und Bonn und promovierte 1998 mit der Dissertationsschrift „Gott ist schön: Das ästhetische Erleben des Koran“ im Fach Islamwissenschaft. 2006 wurde er im Fach Orientalistik habilitiert. Kermani lebt als freier Schriftsteller in Köln. Sein hochgelobter, großer Roman „Dein Name“ (2011) spiegelt seine intensive Beschäftung mit dem Werk Jean Pauls. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, darunter 2012 mit dem Kleist-Preis.

 

Ulrich PeltzerUlrich Peltzer, geboren 1956 in Krefeld, absolvierte ein Studium der Psychologie in Berlin, das er 1982 mit dem Diplom abschloss. Seither ist er als freier Schriftsteller tätig. Peltzer veröffentlichte die Großstadtromane „Die Sünden der Faulheit“ (1987), „Stefan Martinez“ (1995), „Alle oder keiner“ (1999), „Bryant Park“ (2002) und „Teil der Lösung“ (2007). Peltzer wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Heinrich-Böll-Preis für seine „hellsichtige, unbestechliche und sprachbewusste Analyse unserer Gegenwart“. 

Freitag, 22. November, 20 Uhr
Literarisches Gespräch
mit Navid Kermani und Ulrich Peltzer
Ort: Bayreuth, RW21, Black Box, Richhard-Wagner-Str. 21
Veranstalter: Kulturamt Bayreuth, Literaturcafé, Jean-Paul-Gesellschaft, Jean Paul 2013 e.V.; Eintritt 5 € (ermäßigt 3 €)


Förderer, Partner und Sponsoren

 

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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