» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

Jean Paul: Erschriebene Unendlichkeit – Briefe

 

Jean Paul Erschriebene Unendlichkeit 200  

 

Jean Paul: Erschriebene Unendlichkeit – Briefe. Herausgegeben, ausgewählt und kommentiert von Helmut Pfotenhauer, Norbert Miller und Markus Bernauer. Hanser Verlag. München 2013.

       
784 Seiten, gebunden mit Lesebändchen  
Preis: 34,90 €    
ISBN: 978-3-446-24136-7    
Erscheinungsdatum: 28. Januar 2013
       
Jean Paul, vor allem bekannt als der Autor herrlich versponnener Bücher, tritt hier auf als der Meister der kleinen Kunstform. Seine Liebesbriefe an Charlotte von Kalb, Emilie von Berlepsch oder Caroline von Feuchtersleben gehören zum Schönsten, was in Deutschland zwischen Klassik und Romantik geschrieben wurde. Andere Briefe, etwa die an Jacobi oder Tieck, folgen anderen literarischen Mustern: mal lehnt er sich an die Dialoge von Platon an, mal an die Essais von Montaigne. Während der Arbeit an seiner Jean-Paul-Biografie hat Helmut Pfotenhauer gemeinsam mit Markus Bernauer und Norbert Miller das Schönste aus Jean Pauls riesigem Briefwerk ausgewählt und mit Erläuterungen für heutige Leser versehen.

 

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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