» Ich merke Namen so wenig,
daß ich oft vor dem Spiegel frage,
wie heißt der darin? «

» Was alles Böses gegen das Bier
     bei Philosophen gesagt wird,
         gilt nicht bei mir. «

» Niemand hat weniger Ehrgefühl
      als eine Regierung. «

» Die Blumen schlafen,
         aber nicht das Gras. «

» Die größten Städte und Genies
sind unregelmäßig gebauet,
voll Sackgassen und Paläste. «

» Entwirf beim Wein,
         exekutiere beim Kaffee. «

     » Manches »Gesuchte« wäre es nicht,
        wenn der Verfasser mehr suchte. «

» Er ist ein besonderer Freund
       – von Feinden. «

» Bücher sind nur dickere Briefe an Freunde. «

» Unter Denken eines bösen Gedankens
     auf der Gasse ehrerbietig gegrüßt werden. «

» Eine Demokratie ohne ein paar hundert Widersprechkünstler ist undenkbar. «

» Die Bücher sind die
        stehende Armee der Freiheit. «

» Das Paradies verlieren
und den Paradiesvogel behalten. «

» Auf der Welt ist alles natürlich,
       ausgenommen die Welt selber. «

» Man verdirbt unter Leuten,
die einen nicht übertreffen. «

» Weiber sprechen lieber von,
          Männer in der Liebe. «

» Bei Gott, alle Welt spricht,
und niemand kommt zu Wort. «

» Ein Rathhaus gehört zum Hausrath
       einer Stadt. «

» Ein Kind sei euch heiliger als die
   Gegenwart, die aus Sachen
     und Erwachsenen besteht. «

» Nichts ist fataler, als wenn gerade
die letzte Flasche altes Bier schlecht ist. «

» Eine Blattlaus hat mehr Ahnen
   als ein Elephant. «

» Jeden Tag
     mache dich auf viele Wunder gefaßt. «

» Man kommt leichter zu jedem
     andern als zu sich. «

» Hätte ich keine Bücher zu schreiben: ich wäre der beste Ehemann. «

     » Die Poesie ist die Aussicht
aus dem Krankenzimmer des Lebens. «

» Die Tat ist die Zunge des Herzens.«

Jean Paul, Wagner und ich

Der Jean-Paul-Preisträger Eckhard Henscheid las am Freitag, den 27. September um 20 Uhr beim Coburger Literaturkreis in der Reihe mit Autorenlesungen „Mein Kollege Richter – Schriftsteller über Jean Paul“.

„Jean Paul, Richard Wagner und ich ...“ lautete der Titel des Programms, mit dem der Autor und Jean-Paul-Preisträger Eckhard Henscheid am Freitag, den 27. September 2013, 20 Uhr, beim Coburger Literaturkreis las. Gemeinsam luden der Verein Jean Paul 2013 und der Coburger Literaturkreis zu dieser Lesung ein, die im Rahmen der Reihe „Mein Kollege Richter – Schriftsteller über Jean Paul“ stattfand. Der Verein Jean Paul 2013 hat diese Reihe mit namhaften Autorinnen und Autoren anlässlich des 250. Geburtstages des Dichters initiiert und organisiert. Im Pavillon des Kunstvereins am Hofgarten las Henscheid, der als großer Humorist verehrt wird und zugleich als Satiriker gefürchtet ist, aus Neuem, Altem und bislang Unveröffentlichtem und warf dabei einen eigenen Blick auf Jean Paul und Richard Wagner, die beiden Jubilare dieses Jahres.

Mein Kollege Richter Schriftsteller ueber Jean Paul Cover

Die Dokumentation „Mein Kollege Richter – Schriftsteller über Jean Paul“ versammelt in schriftlicher Form die Beiträge von acht Autoren, die in der gleichnamigen Lesereihe ihren persönlichen Zugang zu Jean Paul präsentierten. Im Vorwort erläutern der künstlerische Leiter Christoph Beck und Dr. Monika Meier, 1. Vorsitzende des Vereins Jean Paul 2013, das Konzept und blicken zurück auf eine Veranstaltungsreihe, die vom Publikum vor Ort sehr gut angenommen wurde. (Wenn Sie im Inhaltsverzeichnis auf einen Titel klicken, gelangen Sie zu dem jeweiligen Beitrag; dort führt Sie ein Klick auf den Tintenklecks zurück in die Übersicht.)

Pressemeldung Bayern 19.09.2013
Pressemitteilung Coburger Literaturkreis 09/2013
Bericht zur Lesung von Eckhard Henscheid in Coburg
Pressemitteilung Jean Paul 2013 e.V. vom 19.09.2013

 


Eckhard Henscheid, geboren 1941 in Amberg, ist Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule und des Satire-Magazins „Titanic“. Der Romancier und Essayist schuf ein verblüffend vielfältiges Werk, für das er 2004 den Italo-Svevo-Preis und 2009 den Jean-Paul-Preis des Freistaates Bayern erhielt. Von ihm sind über 50 Bücher erschienen, darunter „Verdi ist der Mozart Wagners“, „Dummdeutsch“ und „Goethe unter Frauen“ sowie 2012 „Aus der Kümmerniß“. Zuletzt veröffentlichte er in diesem Jahr „Denkwürdigkeiten. Aus meinem Leben“ sowie „Götter, Menschen und sieben Tiere: Richard Wagners ‚Ring des Nibelungenʻ“.
Henscheid ist leidenschaftlicher Liebhaber und Kenner klassischer Literatur, Musik, der Oper und der Provinz – und ebenso leidenschaftlich geißelt er alle hohlen Phrasen und „Schwurbeligkeiten“, die ihm begegnen. Dass er unlängst selbst mit Jean Paul verglichen wurde, macht deutlich, wie eng sein eigenes Schreiben in Beziehung zu dem Werk des „unklassischen Klassikers“ steht.


Freitag, 27. September, 20 Uhr
Jean Paul, Wagner und ich mit Eckhard Henscheid
Ort: Coburg, Vortragssaal des Kunstvereins, Holbeinweg 10
Veranstalter: Coburger Literaturkreis in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Coburg, Jean-Paul-Gesellschaft, Jean Paul 2013 e.V.

 

Förderer, Partner und Sponsoren

 

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Jean Paul 2013 e.V.
Wahnfriedstraße 1
95444 Bayreuth

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